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Neues muslimisches Grabfeld auf dem Hauptfriedhof

Auf einer bislang brachgelegenen Fläche des Mönchengladbacher Hauptfriedhofs hat mags jetzt ein weiteres muslimisches Grabfeld angelegt. Es bietet Platz für 400 Gräber.

Das neue muslimische Grabfeld auf dem Hauptfriedhof bietet Platz für 400 Gräber.

Bäume beschatten die neuen, Richtung Mekka ausgerichteten letzten Ruhestätten. Ein zentraler Platz bietet Raum für Verabschiedungszeremonien. Sträucher und Hainbuchenhecken säumen das 5.000 Quadratmeter große Terrain, das mit seinen offenen Rasenflächen die Struktur der benachbarten Parklandschaft aufgreift. „Uns wurden die Planungen für das weitere Feld im vergangenen November vorgestellt. Mit der Umsetzung sind wir sehr zufrieden“, erklärt Yilmaz Karaca, Vorsitzender des städtischen Integrationsrates.

„mags versteht die von ihr betriebenen Friedhöfe als Friedhöfe für alle. Das bedeutet, dass ein breites Angebot für alle Menschen der Stadt existiert. Das neue muslimische Grabfeld ist Teil dieses Verständnisses“, sagt Sebastian Kieselbach-Peters, Leiter der Friedhofsunterhaltung. mags hatte im vergangenen Jahr mit den Planungen für das neue Grabfeld begonnen, da im bereits bestehenden Feld für muslimische Verstorbene keine weiteren Beerdigungen mehr möglich sind.

Muslime nehmen das seit 2000 existierende Angebot, ihre Verstorbenen nach islamischen Riten in einem eigenen Grabfeld auf dem Hauptfriedhof zu beerdigen, sehr gut an. „Hier können wir, wenn die Ansteckungsgefahr durch Corona vorbei ist, unsere Toten auch wieder in der Trauerhalle waschen und im Leichentuch beerdigen, wie es unserem Glauben entspricht“, erklärt Yilmaz Karaca.

Der Islam, der keine Urnenbeisetzungen kennt, schreibt die rituelle Reinigung von Verstorbenen vor. Dabei wird der Leichnam mehrfach nach einem festgelegten Ritual gewaschen und schließlich parfümiert. In zwei weiße Tücher gekleidet wird der Tote von Männern aus dem Trauerzug in sein fast zwei Meter tiefes Grab auf der rechten Seite liegend gebettet; dabei sind Gesicht und Füße des Toten Mekka zugewandt. Vor und während der Grablegung betet der Imam der Trauergemeinde vor. Er steht dabei wie die Trauernden auch mit dem Gesicht Richtung Mekka.

Die Trauernden werfen Erde in das Grab, bevor es schließlich von einigen Anwesenden zugeschüttet wird. Im Islam existiert keine begrenzte Ruhefrist. Ein Grab darf also nicht erneut belegt werden.

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